Kapitel 5
Einmal wenn man nicht da ist
Eine Erzählung Cornelius des Schwarzen
Ich hatte mir ein Buch aus der Bibliothek geholt und wollte daraus lernen.
Im Winter mache ich so etwas schon mal. Wenn die Natur weitestgehend ruht, wende ich mich doch eher meiner menschlichen Seite zu.
Zur Erhöhung des Lernerfolges begab ich mich für eine Season in das nahegelegene Kloster Chammünster.
Über die doch sehr ereignislose Zeit, meines Aufenthaltes dort, möchte ich gar nicht näher eingehen.
Ich denke es war nicht so gut, dass ich dadurch dem Treffen mit Srath Vagas aus dem Wege ging.
Dieser kam wenige Tage nach meiner Abfahrt, wie bereits durch seinen Boten angkündigt, zusammen mit 5 Begleitern nach Nocturnus.
Tastsächlich hat Frangor ihn den Speer (den er vorher so dringend haben wollte und über den er doch achso erbost war) nach einem längerem Gespräch überlassen.
Erstaunt und leicht verstimmt versuchte ich die näheren Umstände dafür zu ergründen.
Ich muß aber gestehen, dass ich nicht viel Erhellendes fand.
Nur soviel: Srath Vagas hat Frangor offensichtlich geholfen, die körperlichen Gebrechen zu heilen. Und das aus dem Speer gewonnenne Vis wurde dem Bund überlassen.
Wobei ich Dieses nur mit sehr gemischten Gefühlen werde verwenden können, ist es doch aus soviel Leid enstanden.
Überhaupt erscheint mir Frangor doch ein sehr skrubelloser und egoistischer Prinzeps zu sein.
Auch Uservia ist dieser Meinung, doch möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.
Ich hätte ja hierbleiben können, so muß ich erst einmal akzeptieren, was in meiner Abwesenheit entschieden wurde.
Nicht genug, wurden wir kurz darauf am späten Abend aus der Luft angegriffen.
Riesige geflügelte Wesen stiessen aus dem Himmel herab.
Zum Glück hatte der Hund Havald eines der neueren Grogs (Heinrich heißt er meine ich) uns noch einigermaßen rechtzeitig gewarnt.
Es war ein kurzer, heftiger, überaus blutiger und leider auch verlustreicher Kampf.
Außer einigen mehr oder weniger stark Verletzten (auch ich trug eine schlimme Wunde davon), müssen wir auch den Verlust Uservias beklagen.
Wir können zwar mit ziemlicher Gewissheit sagen, dass sie nicht tot ist, aber das scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.
Vielleicht bleibe ich das nächste Mal lieber hier.....
