Kapitel 19: Die gestohlenen Äpfel

Vergangenheit

Das Jahr 1177 gilt als abgeschlossen. Frangor wurde aus Stauf befreit und entschloss sich daraufhin, den Bund zu verlassen. Das Buch Ewig singen die Wälder verwandelte sich in einen Baum und öffnete den Zugang zu einer Feenregio. Diese wird von luchsartigen Wesen bewohnt, denen goldene Äpfel gestohlen wurden und die aus diesem Grund die Merinita Baraia in ihrer Gewalt haben.

Frühjahr 1178

Tolides installiert in der großen Eingangshalle des Felsenlabyrinths von Nocturnus eine schnörkellose metallische Glocke, die, wie er sagt, bei Bedarf laut genug schlage, um in einer Notfallsituation sämtliche Bewohner des Höhlensystems akustisch zu alarmieren.

Elata beruft eine Sitzung der Magier des Bundes ein. Sie möchte nach Roznov reisen und erbittet hierzu die Begleitung mindestens eines weiteren Sodales. Keiner der Anwesenden hält ihren Vorschlag für dringend genug, um ihrem Wunsch zu entsprechen. Insbesondere stünden aktuell mit der Feenregio dringendere Probleme ins Haus. Tolides erwähnt, dass während seiner Laboraktivitäten in der ersten Season des Jahres, die Aura Nocturnus' schwächer geworden sei — ganz so, als würde sie von einer externen Kraft kompromittiert. Elata bestätigt diese rein qualitative Beobachtung durch die Anwendung eines einfachen Zaubers.

Cornelius entdeckt während seiner Studien im Freien unweit des verwandelten Buches eine Stelle mit großen, ihm in ihrer Erscheinung nicht bekannten Pflanzen. In Richtung des Tores der Feenregio sind mehrere kleine Stauden zu finden, die strahlenförmig auf den Übergang zuzulaufen scheinen. Des weiteren entdeckt er im Schnee einen ungewöhnlichen Tatzenabdruck, der vom Ballen eines großen Raubtieres herzurühren scheint. Cornelius bespricht sich diesbezüglich mit Elata, die daraufhin die anderen Magier über den Sachverhalt informiert.

Goldene Äpfel

Elata, Cornelius, Remigius, Theuderic, Agrom und Hans reisen zum Eingang der Feenregio. Cornelius überfliegt das Gebiet und bestätigt, dass der Bewuchs in Richtung des Tores dichter wird. Elata spricht unter Zuhilfenahme eines Zaubers mit den hiesigen Blumen, die berichten, in der letzter Zeit keine auffälligen Lebewesen in der Nähe bemerkt zu haben. Remigius spürt eindeutig die Wirkung der hiesigen Feenregio und postuliert, dass deren Existenz nachhaltige, überwiegend negative Folgen für Nocturnus haben wird. Agrom und Theuderic, die beide mit dem Reich der Feen vertraut sind, bestätigen die atypischen Eigenschaften des Pflanzenwuchses.

Man durchschreitet das Tor und scheint sich zunächst auf eine matte Wasserfläche zuzubewegen, die sich jedoch als optische Täuschung herausstellt und verschwindet, sobald man einen Fuss in die Regio setzt. Der typische Nadelwald des Böhmerwaldes setzt sich auf der anderen Seite im saftigen Grün eines dichten Laubwaldes fort. Durch den Bewuchs verläuft eine Schneise, deren Boden grau und aschfahl wirkt und damit einen herben Kontrast zur hiesigen vitalen Pflanzenwelt darstellt.

Agrom entdeckt einen riesigen Luchskopf, der die Gruppe beobachtet, und zu dem sich alsbald ein weiterer gesellt. Die beiden übermannshohen Luchse treten aus dem Gebüsch heraus und lassen sich widerwillig auf eine Konversation mit dem merkwürdigen zweibeinigen Volk ein. Sie erklären, dass die Schneise durch das Wirken der Grauen Gesellen entstanden sei, die ohne das Vorhandensein der Goldenen Äpfel nicht besänftigt werden könnten. Sie seien dem Luchsvolk von einer Menschenfrau gestohlen worden, auf die die Beschreibung von Baraia zutrifft. Tatsächlich räumen sie freimütig ein, Baraia gefangen zu halten, weil diese die Äpfel gestohlen habe. Sie habe bei der Ausführung der schändlichen Tat Unterstützung von einem Manne gehabt, auf den die Beschreibung Osianders zutrifft, und der noch immer flüchtig sei. Aufgrund der Bedrohung durch die Grauen Gesellen seien sie gezwungen, ihre Jagdgründe auszuweiten, was, wie Remigius kombiniert, mit dem geografischen Einflussbereich Nocturnus' kollidiert.

Planungen

Auf der Rückreise nach Nocturnus spricht Theuderic gegenüber Remigius das Thema Bibliothek, und gegenüber Elata das Thema Beflügelung des Aufschwungs von Nocturnus an. Beide Themen werden daraufhin im Rahmen einer Sitzung der Magier diskutiert, bei der zwischenzeitlich auch Theuderic anwesend ist. Hinsichtlich der Bücher sei sein Plan, die Bandbreite und Qualität der vorhandenen Bücher durch das Erschließen verschiedener Quellen zu erhöhen und auch selbst zu deren Kultivierung beizutragen, was auf den Zuspruch der Magier stößt. Hinsichtlich der Beflügelung des Aufschwungs strebt Theuderic eine möglichst weitgehende Autonomie Nocturnus' in Bezug auf die lokale Infrastruktur an. Die sich daraus ableitende Frage, inwieweit der Bund finanziell gesichert sei, kann an diesem Abend nicht abschließend geklärt werden und wird vertagt.

Remigius verfasst einen Brief an seinen Mentor Malachias, um ihn um eine Stellungnahme und Einschätzung des Falles Osiander zu bitten, ohne dessen Namen konkret zu nennen. Elata hält während ihrer Kirchgänge die Ohren nach Neuigkeiten offen, die sich in und um Vurte herum ereignen. Nach gemeinsamer Absprache mit den Sodales verfasst Remigius einen weiteren Brief, der an Osiander gerichtet ist und diesen auffordert, die Suppe, die er Nocturnus mit der Entwendung der Goldenen Äpfel eingebrockt habe, im Sinne des Kodex des Hermes nun auch auszulöffeln. Man plant in diesem Zusammenhang, Osiander nach Nocturnus einzuladen und den Sachverhalt offen darzulegen.

Theuderic wird während eines seiner Besuche des Klosters Cella apud Cambe eines Mannes gewahr, der sich als Secretarius Wilhelm entpuppt und der, wie man ihm erzählt, derzeit Gast des Abtes sei. Theuderic erfährt, dass Wilhelm derzeit im Auftrag des Bischofs von Regensburg unterwegs sei, dem ein wichtiger Gefangener abhanden gekommen sei, den dieser hier in der Gegend vermutet. Theuderic teilt diese Information nach seiner Rückkehr nach Nocturnus mit den Magiern.

Plinius kommt nach Nocturnus, tauscht Vis mit Elata und bringt Remigius' Brief umgehend zu Osiander nach Irencillia. Osiander gibt ihm daraufhin zu verstehen, dass er sofort nach Nocturnus abzureisen gedenkt. Plinius reist ebenfalls zurück nach Nocturnus und kommt noch vor Osiander dort an.

Walburga äußert nach der Geburt ihres Sohnes Markus den Wunsch, als Magd in Nocturnus zu bleiben.

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